Hansestadt Rostock: Parkplätze oder Denkmalschutz

14.02.2019

Die Dorsch Gruppe hat von der Hanse- und Universitätsstadt Rostock den Auftrag erhalten, in einer Machbarkeitsstudie eine konkrete Empfehlung für die Umgestaltung der gesamten Blücherstraße mit dem Ziel der Lärmminderung zu erarbeiten. Dabei müssen zusätzlich die Belange des Denkmalschutzes sowie die landschaftsplanerischen und naturschutzrechtlichen Belange, insbesondere bezüglich des gesetzlich geschützten Baumbestandes berücksichtigt werden.

Quelle: Blücherstraße, BDC Dorsch Consult

Pfützenbildung, Stolperkanten und Absackungen – die Blücherstraße gehört trotz Asphaltdecke zu den Lärmschwerpunkten der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Hier werden die von der EU vorgegebenen Lärmschutzwerte um ein Vielfaches überschritten.

Katarina Schütt, Abteilungsleiterin Verkehr und Infrastruktur der Dorsch-Gruppe, stellte auf der Ortsbeiratssitzung im Januar zwei Varianten zur Diskussion. Ziel der Maßnahme sei es, die Fahrbahngestaltung zu vereinheitlichen und für Radfahrer, Passanten und Autofahrer sichere Verkehrs-, Gehweg- und Parkräume zu schaffen. Dabei sollen möglichst viele Parkplätze und Bäume erhalten und der Alleencharakter wiederhergestellt werden.

Nach der ersten Variante sollen Fahrräder und Pkw bei einer Fahrbreite von 6,50 m und einer Geschwindigkeit von 30 km/h im Mischverkehr fahren. Geparkt wird entlang der Fahrbahn. Durch die Verwendung von lärmarmen Asphalt wird der Lärm um etwa zwei Dezibel verringert. Fast jeder dritte Parkplatz und Baum würde dabei wegfallen. Jedoch würden 80 Bäume neu gepflanzt, so dass sich der Bestand auf 133 Bäume erhöht und damit fast verdoppelt. Als Herausforderung sieht Katarina Schütt die ungleich breiten Gehwege, die an der schmalsten Stelle nur 1,25 Meter breit wären. Ihr Fazit zu Variante 1: „Die Zeit für den Nahverkehr verlängert sich und Anschlüsse könnten dadurch nicht mehr erreicht werden“, so Schütt.

Bei Variante 2 wird mit einem Tempolimit von 50 km/h auf einer 7,50 Meter breiten Fahrbahn sowie zwei Schutzstreifen für Radfahrer geplant. Auch hier seien die Gehwegbreiten von nur 1,30 m zum Teil ungenügend. Aber: Zwei Drittel aller Parkplätze würden bei dieser Variante wegfallen und entgegenkommende Busse müssten im Kurvenbereich aufeinander warten. Für 28 zu fällende Bäumen seien nur 34 Neupflanzungen bei dieser Variante vorgesehen, so dass der Baumbestand nur marginal von 74 auf 80 Bäume erhöht wird.

Mehr Parkplätze und Alleencharakter bei Tempolimit 30 km/h oder doch mehr Raum und Schutz der Radfahrer und eine deutliche Reduzierung der Parkmöglichkeiten, aber bei 50 km/h Geschwindigkeit? Der Ortsbeirat möchte dazu die Einwohner miteinbeziehen und plant für Anfang April eine Informationsveranstaltung, auf der die Varianten dann noch einmal der Öffentlichkeit vorgestellt werden.