CEO Statement

- Olaf Hoffmann und Jürgen Röder
Dorsch Gruppe kontinuierlich auf Erfolgskurs
Höhere Transparenz, eine klare Fokussierung unserer Kernkompetenzen und eine deutlichere Positionierung am globalen Markt – dies erreichen wir mit der Verschmelzung der Unternehmen DC Airports GmbH und hoffmann röder hochbau GmbH auf das Tochterunternehmen DC Wasser & Umwelt GmbH, das in Dorsch International Consultants GmbH umfirmiert wurde. Mit der Fusion, hat die Dorsch Gruppe in diesem Jahr die vor fünf Jahren eingeleitete Reorganisation erfolgreich abgeschlossen. Die Zusammenführung der Gesellschaften sorgt nicht nur für mehr Stabilität des Unternehmens, sondern auch dafür, dass Synergien innerhalb der Gruppe besser genutzt und die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachabteilungen vertieft werden.
Während das Jahr 2008 auch für die Dorsch Gruppe im Zeichen der globalen Wirtschaftskrise stand, hat sich im letzten Jahr gezeigt, dass wir dessen ungeachtet auf den arabischen Märkten eine sehr starke Position innehaben. Auf diesen Märkten waren wir von der Krise praktisch nicht betroffen. Nach wie vor erzielen wir 70 Prozent unseres Umsatzes im Ausland. Hier hat sich abermals gezeigt, dass sich unsere strategische Neuausrichtung durch Diversifizierung der Leistungsbilder in klar definierten internationalen Kernmärkten hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und unseres Erfolges bezahlt macht. Im Gegensatz zu kreditfinanzierten Märkten werden in rohstofffinanzierten Märkten Bauvorhaben in der Regel ungebremst aus- und weitergeführt. Öffentliche Auftraggeber zeigen eher die Tendenz, im Rahmen von Konjunkturprogrammen die Investitionen in Infrastrukturprojekte zu erhöhen, wohingegen die Privatwirtschaft Kreditengpässen entgegen sieht. Dorsch ist in rohstofffinanzierten Märkten und aufgrund der Projektgrößen im Wesentlichen für öffentliche Auftraggeber tätig. Gepaart mit einer breiten Diversifizierung der Leistungen und der starken Präsenz in verschiedenen internationalen Kernmärkten wie das frankophone Afrika, die Arabische Halbinsel, Indien oder Südostasien war die Dorsch Gruppe gut aufgestellt für einen weltwirtschaftlichen Abschwung. Rückblickend können wir sagen, dass die Finanzkrise bei uns nur punktuell durchgeschlagen hat. Das belegen auch die Zahlen: Unsere Umsatzerwartungen haben wir im Jahr 2009 mit einem Anstieg der Gesamtleistung von fast 20 Prozent (Vj. 12%) fast verdoppelt, eine Fortsetzung dieses positiven Trends ist ebenfalls für die ersten drei Quartale des Jahres 2010 zu verzeichnen. Mit heute weltweit 1.700 Mitarbeitern hat sich die Zahl der Mitarbeiter in den letzten fünf Jahren ebenfalls mehr als verdoppelt.
Offenkundig ist, dass wir unsere Erfolge vor allem im Ausland erzielen. Während große Infrastrukturprojekte aufgrund des ausgereiften deutschen Marktes national nur noch vereinzelt zu entwickeln sind, zeigt sich in einigen Wachstumsregionen im Ausland erheblicher Nachholbedarf insbesondere bei der Entwicklung von Flughäfen, bei der Stadtentwicklung, bei Wasser- und Umweltprojekten oder in Fragen des Transports und Verkehrs. Bei unseren Aktivitäten im Ausland konzentrieren wir uns auf Länder, deren Bruttosozialprodukt ein Wachstum von mindestens sechs Prozent aufweist. Der Anstieg der Gesamtleistung ist im Wesentlichen der anhaltenden Expansion des Geschäftsvolumens in den arabischen Ländern zu verdanken. Während die Dorsch Gruppe in dieser Region im Jahr 2008 die Gesamtleistung verdoppeln konnte, fiel das Wachstum der Gesamtleistung in 2009 mit 37 Prozent etwas moderater aus.
Die Definition internationaler Kernmärkte ist notwendig, um konzentriert und kontinuierlich über lokale Büros Marktkenntnisse zu vertiefen, sowie aktuelle Strömungen technischer, wirtschaftlicher oder rechtlicher Besonderheiten frühzeitig zu erkennen. Gerade unsere Erfahrung in internationalen Wachstumsmärkten, die jeden Tag durch eine immer dynamischere Globalisierung beschleunigt werden, bestätigt das Konzept der Kombination von lokaler Präsenz und internationaler Rückendeckung durch die gesamte Gruppe.
Bei allen Unterschieden, mit denen wir in Märkten wie dem frankophonen Westafrika, der arabischen Halbinsel, Indien, Südostasien oder Osteuropa gelernt haben umzugehen, besteht doch eine Gemeinsamkeit: Der riesige Bedarf an planerischen und baulichen Ressourcen. Um mit der globalisierten Welt Schritt halten zu können, muss die Infrastruktur jedes einzelnen Landes auf regionaler Ebene hoch entwickelt sein. Die benötigte Transportkapazität von Personen, Gütern oder Energie kann weder heute noch in naher Zukunft gedeckt werden. Gleichzeitig steigt der Wunsch nach westlichen Standards in der kommunalen Ver- und Entsorgung in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Straßen-, Strom-, Kommunikations- oder Wassernetze werden neu konzipiert oder auf den neusten Stand der Technik gebracht. Dass es sich hier um eine langfristige Entwicklung handelt, belegt das Bedürfnis der chinesischen oder der indischen Mittelschicht nach Wohlstand und neuestem technischen Standards, das erst binnen Generationenfrist befriedigt werden kann. Klima- und Umweltschutz sowie der sorgfältige Umgang mit den knapper werdenden Ressourcen spielen heutzutage auf der ganzen Welt eine starke Rolle. Es wird auch immer klarer, dass dieser Trend nicht nur eine temporäre Erscheinung ist. Es handelt sich vielmehr um ein Thema, das zunehmend in das Bewusstsein aller Menschen dringt – im Zeitalter der Information per Mausklick sofort rund um den Globus.
Daher haben wir mit der Gründung des Green Building Departments in Abu Dhabi Anfang des Jahres wieder einmal mehr gezeigt, dass wir mit der Zeit gehen und nicht nur auf Trends reagieren, sondern diese auch setzen. Unsere Ingenieure und Architekten passen ihre Planungen an die lokalen kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen oder klimatischen Gegebenheiten an. Somit wird der Frage der Nachhaltigkeit unserer Planung von unseren Bauherren in Deutschland genauso sorgfältig geprüft wie in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Interessant ist diese Diskussion, da die Technologien für den Bau einer energieautarken Stadt bereits seit längerem eingesetzt werden. Es ist eine Frage des Wollens und nicht des Könnens. Daher sind nicht nur wir als Dorsch Gruppe begeistert von der weltweit heftig geführten Klimadiskussion, wir bekommen nun auch grünes Licht, unseren Beitrag für eine bessere Umwelt zu leisten. Nehmen wir beispielhaft die junge arabische Gesellschaft: In den westlichen Ländern wird die Hälfte der jährlich verbrauchten Energie allein für den Betrieb und Konstruktion im Hochbau genutzt, weitere 20 Prozent werden allein für die Mobilität verwendet. Die junge arabische Gesellschaft mit ihrem demografischen Wandel hat heute die Möglichkeit, es besser zu machen. Dabei muss der Konsument in den Vordergrund rücken, der effizienter und sparsamer mit den knapper werdenden Ressourcen umgeht und seinen Blick auch auf die Gebäude und ganze Städte richtet. Wir brauchen eine Stadt der Zukunft, eine Stadt, die mehr sein kann als nur effizient, wir brauchen eine Stadt, die Energie produziert. Diese Vision hat einen Namen: Post-Kyoto-City. Die Post-Kyoto-City setzt sich aus drei Elementen zusammen: nachhaltige Produktion – effiziente Nutzung – Vermeidung von Verbrauch. Aus Häusern werden Stromerzeuger und landwirtschaftliche Ressourcengeber. Stromproduzierende Solardächer oder begrünte Terrassen, die in der Lage sind, Wasser wieder aufzubereiten – das sind die Gebäude der Zukunft.
Auch Indien, mit einem Wachstum von 7,2%, nach China die weltweit am stärksten expandierenden Volkswirtschaft birgt für die Dorsch Gruppe großes Potential. Bei derzeit 1,2 Milliarden Einwohnern wird es nicht nur das bevölkerungsreichste Land der Erde sein, sondern auch mit seinem Bruttoinlandsprodukt nach China und den USA an dritter Stelle liegen. Mit unserem Headquarters in Mumbai, unseren fünf Niederlassungen verteilt über ganz Indien und rund 200 lokalen Mitarbeitern werden wir von dieser Entwicklung profitieren. Die Dorsch Gruppe wird dieses faszinierende und vielfältige Land nach besten Kräften in eine Zukunft auf der Grundlage nachhaltigen Städtebaus und nachhaltiger Infrastruktur begleiten.
Aber auch die großmaßstäblichen städtebaulichen Projekte, die wir zurzeit auf der arabischen Halbinsel mit rund 800 Mitarbeitern in Abu Dhabi planen, sind Meilensteine im internationalen Planungswesen. So hat die Dorsch Holding GmbH – DC Abu Dhabi den Zuschlag für die Planung eines 221 Millionen Euro Projekt in Abu Dhabi erhalten. Die Dorsch Gruppe übernimmt die Bauleitung und Bauüberwachung für den Stadtentwicklungsplan Al Ghadeer, eine Stadterweiterung, die im Auftrag des in Abu Dhabi ansässigen Premium-Immobilienentwicklers Sorouh entsteht. Der Zuschlag für die Entwicklung dieses neuen Stadtteils und der Zuschlag für einen neuen Hafen in Abu Dhabi, aber auch für große Eisenbahnprojekte in Libyen und dem Irak sowie weitere Wasserprojekte auf der arabischen Halbinsel zeigen, dass die Dorsch Gruppe in der arabischen Welt eine starke Marktposition innehat und in fast allen 22 arabischen Ländern sehr gut aufgestellt ist. Dies zeigt sich auch am Expansionskurs des Unternehmens: Im Juni hat die Dorsch Gruppe in Riad ihre saudische Tochterfirma „Dorsch Hanam“ eröffnet. Die Beispiele aus Regionen, in denen wir tätig sind, würden sich fortführen lassen, man muss jedoch noch einmal auf grundsätzliche Trends der Globalisierung eingehen, wie sie sich uns Planern darstellt.
Denken wir die rasante Entwicklung der Globalisierung und die damit verbundenen Großprojekte fünf, zehn oder fünfzehn Jahre weiter, ergibt sich ein Ausblick auf Herausforderungen, vor die die Bauherren und Planer in den kommenden Jahren in sozialer, kultureller, technischer oder wirtschaftlicher Hinsicht gestellt werden. Die Entwicklung des wachsenden weltweiten Gesamtbauvolumens in Kombination mit einer branchenübergreifenden Beschleunigung fällt mit einem zweiten Effekt zusammen: „Einzelprojekte werden größer, und Auftraggeber tendieren dazu, immer größere Planungspakete zu schnüren.“ Die Rolle des „Metaplaners“, der in einer Schnittstelle alle Leistungsbilder über alle Leistungsphasen abbildet und gleichzeitig als Integrator alle an der Planung beteiligten führt und koordiniert, wird heute schon von Unternehmen wie der Dorsch Gruppe übernommen. Gerade die komplementäre Verflechtung von Städtebau, Hochbau, Infrastrukturplanung und Entwicklungszusammenarbeit, die die Dorsch Gruppe als einziges deutsches Unternehmen mit eigener Mannschaft im großen Rahmen leistet, machen uns international konkurrenzfähig. Kombiniert mit einer starken internationalen Ausrichtung von inzwischen über 70% des Umsatzes im Ausland sind wir nachhaltig auf die bevorstehende Umstrukturierung des deutschen Marktes, der Auflösung der kleinteiligen Consultant-Struktur, vorbereitet. Die Strategie, in unterschiedlichen internationalen Märkten aktiv zu sein, lässt uns regionale Schwankungen besser abfedern.
In dieser Verbindung von gewachsener Erfahrung mit einem offenen Blick auf zukünftige Entwicklungen liegt die Kompetenz der Dorsch Gruppe. Sie liegt im Zusammenspiel unserer Mitarbeiter in Europa, in Afrika, in der arabischen Welt, in Indien und Südostasien. Sie liegt in der Zusammenarbeit unserer Mitarbeiter, einer Konzentration exzellenter Talente mit globaler Reichweite und lokaler Kenntnis.
Jürgen Röder | Olaf Hoffmann |