Neue Muldebrücke ersetzt alte Brücke des Friedens in Dessau

11.05.2015

Seit feststeht, dass die Sanierung der Friedensbrücke (im Sprachgebrauch) in Dessau nötig ist, wird an Planung und Umsetzung eines Ersatzneubaues gearbeitet. Grund für die Sanierung war ein Gutachten – initiiert von der Stadt Dessau - welches erhebliche Bauwerksschäden an der Brücke feststellte.

Die Arge BDC Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft mbH und Meyer +Schubart Partnerschaft Beratender Ingenieure VBI zeichnen verantwortlich für die Abwicklung sämtlicher Planungs- und Projektmanagementleistungen während der gesamten Abwicklung der Maßnahme. Die architektonische Gestaltung oblag Henry Ripke Architekten. Das Projekt soll Ende 2016 abgeschlossen sein.

Die Mulde, ein nicht schiffbarer Nebenfluss der Elbe, fließt durch große Teile Sachsens und mündet zwischen Dessau und Roßlau in die Elbe. Seit 2008 ist bekannt, dass die in die Jahre gekommene Brücke des Friedens - saniert werden muss, weil sie erhebliche Schäden aufweist. Somit war ein Ersatzneubau, die sogenannte Muldebrücke unumgänglich. Deshalb wurde es nötig, begleitende verkehrsplanerische und – technische Untersuchungen im Vorfeld durchzuführen, um den veränderten Verkehrsfluss während der gesamten Bauphase störungsarm aufrecht zu erhalten. Hierzu wurde eine Arbeitsgemeinschaft gegründet zwischen Meyer + Schubart und BDC Dorsch Consult.


Auf Grund der vorliegenden Prüfungsergebnisse machte es sich erforderlich den fließenden Verkehr auf dem Bestandsbauwerk zu reduzieren. Das heißt seit 2012 durfte die Brücke nur noch zweispurig und lediglich mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h befahren werden. Zusätzlich war es notwendig die zulässige Tonnage auf 18 Tonnen zu begrenzen. Um den Verkehr während des Ersatzneubaues an alter Stelle aufrecht zu erhalten, war es notwendig, den Verkehr der B 185 über eine Behelfsumfahrung einschließlich Behelfsbrücke zu führen. Im Februar 2015 stand die Hauptprüfung der Behelfsbrücke an, die Montagearbeiten sind mittlerweile abgeschlossen und Ende März wird sie in Betrieb genommen. Aktuell stehen die Asphalt- und Markierungsarbeiten an der Umfahrungsstrecke an, danach folgt der Abriss der alten Brücke des Friedens.

Zum Projektumfang von BDC Dorsch Consult einschließlich eingebundener Nachunternehmer gehören unter anderem:

  • Objektplanung und Tragwerksplanung für Ingenieurbauwerke (BW 11 und Behelfsbrücke)
  • Objektplanung Verkehrsanlagen einschl. Knotengeometrie
  • Baugrundberatung und – beurteilung
  • Visualisierung und Entwurfsvermessung
  • Verkehrsplanerische Leistungen zur Dimensionierung der Umfahrung
  • Verkehrserhebung, Bemessungsbelastung und Gutachten
  • Planung Freianlagen, Wege und Straßenbeleuchtung
  • Faunistische Erhebungen sowie Umweltplanung
  • Schall- und erschütterungstechnische Untersuchungen
  • Koordination Umfahrung, Umleitungsführung und Behelfsbrücke

„Die Muldebrücke ist ein komplexes und spannendes Projekt in vielerlei Hinsicht. Zum einen mussten architektonische Aspekte mit ingenieurtechnischen Anforderungen unter einen Hut gebracht werden. Zum anderen waren fördermittelrechtliche und naturschutzrechtliche Belange zu beachten. Außerdem war die Hochwassergefährdung innerhalb der Realisierungsphase dieses Großprojektes zu minimieren“, so Andrea Noske, Geschäftsbereichsleitung bei BDC Dorsch Berlin.