Der „Social Day“ bei Dorsch

07.11.2016

Raus aus dem Arbeitsalltag, rein ins Ehrenamt. Das dachten sich Teile der Belegschaft bei Dorsch International, dem unabhängigen Planungs- und Ingenieurbüro in München. Ende Oktober halfen sie als Team bei der Tafel und unterstützten so Bedürftige. Die Tafel ist eine gemeinnützige Organisation, die jede Woche an ihren Ausgabestellen Lebensmittel an Menschen in Armut verteilt.

Beherzt anpacken!
Lebensmittel ausladen, Stände aufbauen und Essen verteilen. Einen völlig anderen Arbeitstag erlebten Kollegen von Dorsch International im Rahmen des „Social Day“. Es traf sich ein bunt gemischtes Team, bestehend aus Ingenieuren, Kollegen aus der Personalabteilung, Marketing, Controlling und Verwaltung, darunter auch Auszubildende und Praktikanten. Die Tafel-Mitarbeiter empfingen das Dorsch-Team sehr freundlich und gaben Erklärungen zum Verein und zum Ablauf. Gleich zu Anfang erhielt jeder Dorsch-Kollege eine blaue Schürze, die jeden als Tafel-Mitarbeiter kennzeichnete. Dann hieß es beherzt anpacken in Form von Kisten ausladen, Stände aufbauen und Lebensmittel sortieren.

Zwischen Radieschen und Risotto…
Auf die „Tafel“ kamen Gemüse, wie Lauch, Paprika, Kartoffeln oder Radieschen, aber auch Obst, wie z. B. Himbeeren, Kiwis, Äpfel oder Bananen. Zusätzlich gab es Vitamingetränke, wie Smoothies, aber auch Kindernahrung oder Joghurt sowie Nudeln, Brot und Käse. Zusätzlich stand eine warme Mahlzeit in Form eines Gemüse-Risottos – gestiftet von einer Bank – für die „Gäste“ bereit. So nennt die Tafel nämlich die 20.000 Bedürftigen, die wöchentlich versorgt werden. Unter den Gästen sind
von Altersarmut Betroffene, Menschen mit schweren Schicksalsschlägen, kinderreiche Familien, Alleinerziehende, Arbeitslose, Kranke, Rentner, Asylbewerber, Alkohol- und Drogenkranke. 27 Ausgabestellen gibt es allein in München, hier werden in Summe über 120.0000 kg Lebensmittel pro Woche ausgegeben. Zusätzlich werden aber auch über hundert soziale Einrichtungen separat angefahren. Pünktlich um 13:30h ging es los, die bereits registrierten Gäste steckten ihren grünen Ausweis an die Jacke. Anhand der Gästeliste überprüften Ehrenamtliche, ob der Bedürftige auch tatsächlich gekommen ist. Wer mehrfach unentschuldigt fehlt, verliert seinen Anspruch auf Lebensmittel. Auf dem Ausweis ist außerdem die Anzahl der Bedürftigen vermerkt, die zum Haushalt gehören. So kann man sicherstellen, dass die Gäste nicht mehrere Ausgabestellen in der Woche besuchen und was eigentlich viel wichtiger ist, die richtige Anzahl an Nahrungsmitteln ausgegeben wird. So erhält eine Familie in Summe mehr als ein Single-Haushalt.

Verschiedene Gesichter –  verschiedene Schicksale
Menschen kommen mit Trolleys, Rucksäcken, Beuteln oder Plastiktüten. Dabei ist auch eine ältere Frau im Rollstuhl, die auf die Dinge zeigt, die sie gerne mitnehmen möchte. Gefolgt von einer jungen Mutter, die alles fein säuberlich an den Kinderwagen hängt und im Ablagekorb deponiert. Ein Mann sucht hektisch seine Plastiktüten, die er alle mit einem Gummi ordentlich zusammengebunden hat. Als er sie, ganz unten im Rucksack findet, wartet schon eine kleine Schlange hinter ihm. Ein etwa 25 Jahre alter Mann, mit starken Verbrennungen im Gesicht, ein Auge ist blind – lacht uns an und packt ein Brot und verschiedene Semmeln in seinen Rucksack, bedankt sich und geht weiter zum Käsestand. Manche Gäste kennen die Tafel-Mitarbeiter bereits beim Namen und freuen sich bekannte Gesichter wieder zu sehen und kurz ins Gespräch zu kommen.

„Es ist schön anderen zu helfen und zu sehen, wie die Menschen sich freuen“, erzählt der 18-jährige Praktikant, der erst seit drei Wochen im Unternehmen ist.“ Es wäre schade, wenn diese guten Lebensmittel achtlos weggeschmissen werden“, entgegnet die Kollegin. Kurz nach 15 Uhr sind alle Bedürftigen mit dem Nötigsten versorgt und so werden die Stände wieder abgebaut und die leeren Kisten aufgeräumt. Die Dorsch-Mannschaft bedankt sich bei den Tafel-Mitarbeitern und gibt ihre geliehenen Schürzen zurück. An diesem Tag wurden etwa 200 Gäste mit Nahrung grundversorgt.

 

Geschäftsführer Andreas Rienecker schätzt das Engagement der Belegschaft. „Wenn ich sehe, mit welcher Offenheit und Selbstverständlichkeit die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen tatkräftig unterstützen, freut mich das sehr. Die sozialen Kompetenzen, die dadurch gestärkt werden, sind auch für die Teamarbeit bei Dorsch wichtig, so der Geschäftsführer.

 

Pressemeldung: Der "Social Day" bei Dorsch (pdf, 520 KB)