Batman – oder wie man Wasser und Klärschlamm sinnvoll nutzt

16.06.2015

Seit Herbst 2013 befasste sich die Arbeitsgemeinschaft Dorsch International und der türkische Partner ESER mit der Wiederverwendbarkeit von Klärschlamm und der Reduzierung von nichttechnischen Wasserverlusten.

Die Studie wurde nun erfolgreich abgeschlossen. Die Finanzierung erfolgte durch die KfW, der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Batman ist eine Provinz in der Südost-Türkei, nördlich des Tigris - nach dem Fluß Batman benannt und gleichzeitig Name der Provinzhauptstadt. Die Provinz hat über 510.000 Einwohner und eine Fläche von etwa 4.654 km². Im Herbst 2013 beauftragte die Stadt Batman die Arbeitsgemeinschaft Dorsch International und den türkischen Partner ESER mit einem Konzept für eine notwendige Studie. Ziel dieser Studie war es ein Konzept zur nachhaltigen Wiederverwendung von Klärschlamm zu entwickeln und zusätzlich die Gründe für die sogenannten „nichttechnischen“ Wasserverluste zu eruieren. Unter „nichttechnischen“ Wasserverlusten versteht man beispielsweise illegale Anschlüsse, Fehler bei der Zählerablesung oder schlecht geeichte Wasserzähler.

Bisher wurde Klärschlamm direkt auf der Deponie entsorgt, welches mit finanziellen Belastungen für die Stadt Batman verbunden war. Klärschlamm ist in diesem speziellen Fall stabilisierter Primärschlamm und entsteht in großen Mengen in der Kläranlage als Nebenprodukt. Die zwei Fragen die sich nun stellten waren, wie kann man auf der einen Seite den Klärschlamm bestmöglich nutzen und auf der anderen Seite den Wasserverlust minimieren?

Zum Projektumfang von Dorsch International gehörten unter anderem:

  • Erstellung einer Wasserbilanz sowie eines Konzeptes zur Reduzierung von nichttechnischen Wasserverlusten
  • Analyse und Verbesserung von Kundemanagement, Rechnungsstellung und –Erhebung
  • Erstellung eines Konzeptes zur nachhaltigen Klärschlammverwendung, z. B. als Dünger auf Feldern
  • Erstellung von Werbematerial, Organisation von Kampagnen und eines Demonstrationsfeldes zur Vermarktung von Klärschlamm in der Landwirtschaft
  • Kauf und Inbetriebnahme eines Klarschlammaufbringers
  • Durchführung von Schulungen

„Ich denke, wir haben zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Einmal hatten wir die Herausforderung, den Klärschlamm so aufzubereiten, dass er als Düngemittel für die Felder brauchbar ist und somit Gebühren für die Landbevölkerung einspart. Auf der anderen Seite war es wichtig, die Wasserverluste zu minimieren und im gleichen Atemzug fachkundiges Personal vor Ort zu haben, um langfristig diesen Erfolg zu gewährleisten, so Bernd Klett, Projektleiter International Cooperation bei Dorsch International.